Hej hej Sverige hieß es in den letzten Tagen!
Der Schwedenaustausch begann für uns alle am Düsseldorfer Flughafen. Zunächst flogen wir nach Göteborg und fuhren von dort aus mit Bus und Bahn zum gemeinsamen Ziel Vänersborg. Am Abend wurden wir müde, aber glücklich von unseren Gastfamilien am Bahnhof in Empfang genommen.
Der nächste Tag stand uns zur freien Verfügung. Den meisten von uns wurde die Innenstadt gezeigt. Vänersborg ist ein gemütliches Örtchen, das an dem größten See Schwedens, dem Vänersee gelegen ist. Abends trafen wir uns alle noch einmal wieder, um Bowlen zu gehen. Das war ein teures Unterfangen für Felix, den Lehrer der Schweden, der jedem einen Preis versprach, der ihn im Bowlen schlagen würde – was fast alle von uns ohne Probleme schafften.
Am Sonntag wurde zuerst ausgeschlafen und dann ging es für manche zum Shoppen in die Nachbarstadt Trollhättan, denn in Schweden sind die Geschäfte auch sonntags geöffnet. Andere begaben sich in die malerische Natur des Hallebergs.
Der erste Schulbesuch am Montag war überraschend: Im Eingangsbereich lief Spotifymusik, die Atmosphäre im Unterricht war sehr entspannt, die meisten Fächer kamen uns aber bekannt vor: Mathe, Bio, Erdkunde, ... Abends gab es keine Musik von Spotify, sondern ein Konzert von Schüler:innen unserer Austauschschule im historischen Museum von Vänersborg.
Am nächsten Tag wurden wir in der Schule gefordert, denn auf dem Plan stand ein Schwedischkurs. Wir lernten, wie ähnlich sich die beiden germanischen Sprachen Schwedisch und Deutsch sind und wie das Schwedische von anderen europäischen Sprachen beeinflusst wurde. Wir waren überrascht, wie viel wir mit etwas Nachdenken verstehen konnten. Ein paar nützliche Worte und Sprüche haben wir natürlich auch gelernt: „Hej, hur mår du?“, „Ska vi slåss?“ oder „Tack så mycket!“. Außerdem lernten wir einiges über die Unterschiede zwischen dem deutschen und schwedischen Schulsystem. Dazu wird es in einer der nächsten Heine-Ausgaben noch mehr Infos geben.
Nach diesem anstrengenden Schultag wanderten wir durch den Wald und entlang eines gefrorenen Wasserfalls den Hunneberg hinauf. Dort angekommen bekamen wir eine Führung durch das Museum, in dem uns der Ekopark Hunneberg mit seiner Flora und Fauna nähergebracht wurde. Bis 2017 jagte der König noch Elche auf dem Berg, heute ist die Elchpopulation durch Verkehr und andere ökologische Eingriffe des Menschen leider stark dezimiert. An vielen liebevoll gestalteten Exponaten konnten wir noch mehr über die Umgebung erfahren. Im Anschluss grillten wir draußen in einem Tipi typisch schwedische Leckereien: Wurst, Burger und Vaniljebullar - das sind kleine Teigbällchen gefüllt mit Vanillepudding.
Am Mittwoch ging es mit dem Bus nach Ed. Dort werden Elche nicht gejagt, sondern auf einer Art Ranch im Wald gehegt und gepflegt. Der engagierte Besitzer begleitete uns zum Gehege, erklärte uns die Lebensweise der Elche im Park und in der freien Wildbahn und wir durften die Elche sowohl füttern als auch streicheln. Trotz der langen Anfahrt hat sich der Ausflug gelohnt, da wir so etwas alle noch nie erlebt hatten. Wieder in Vänersborg genossen wir zur Fika (schwedisches Kaffee-Kuchen) das traditionelle Gebäck Semla. Die süßen Leckerbissen waren allerdings so groß, dass wir sie teilen mussten, so war auch Felix‘ Wetteinsatz vom Bowling nicht all zu schlimm.
Das kleine Heimatmuseum in Vänersborg, das wir am Donnerstagnachmittag besuchten, zeigt die weltweit größte Ausstellung namibischer Vögel, Gemälde von schwedischen Landstrichen und eine Nachbildung des Lebens in Vänersborg im 19. Jahrhundert. Besonders interessant war die kleine, original ausgestattete Wohnung des ehemaligen Museumswärters. Man konnte sich dadurch sehr gut vorstellen, wie das Leben damals ausgesehen hat.
Am letzten Morgen hielt der schwedische Winter, was Frau Lensing und Herr Pomrehn uns versprochen hatten: Durch eiskalten Wind und Schneeböen zogen wir unsere Koffer Richtung Bahnhof, um den Zug nach Göteborg zu nehmen, wo wir den letzten Tag auf eigene Faust verbrachten. Verschneite Straßen, gemütliche Cafés und historische Architektur - das waren die letzten Eindrücke von Schweden, die wir zum Abschluss der Woche sammeln durften. Natürlich konnten wir auch ein wenig in Läden shoppen, die wir bei uns noch nie gesehen haben.
Der Abschied von unseren Austauschpartnern und ihren Familien fiel uns schwer, aber vielleicht ergibt sich in der Zukunft für den einen oder anderen von uns die Möglichkeit, unsere Gastfamilien später noch einmal zu besuchen - oder für unsere Schweden noch einmal ein Bett in Bottrop zu machen. Wir blicken zurück auf eine Woche voller schöner Erlebnisse und unvergesslicher Eindrücke.
Tack för allt och adjö!




